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23. November 2004
Delegationsreise nach Hongkong und Hamburg-Summit - Gespräch mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust


Ole von Beust beim Treffen mit Hongkongs Chief Executive Tung Chee Hwa

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust

Drehscheibe Hamburg

Frankfurt/Main, 23. November 2004

Vom 25. bis 27. November 2004 führt die Hamburger Handelskammer eine hochkarätige Konferenz „The Hamburg Summit: China meets Europe“. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der beiden Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl sowie von Singapurs Staatsgründer Lee Kuan Yuan. Hier diskutieren führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft, so auch der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zeng Peiyang, unter anderem über „Chancen für kleine und mittlere Unternehmen in China“ und „Chancen auf Chinas schnell wachsendem Konsumgütermarkt“. Weitere Informationen zum Hamburg-Summit finden Sie unter www.hamburg-summit.com sowie Pressemeldung Hamburg Summit .

Dass die Hansestadt schon länger an diesem Thema und dem weiteren Ausbau der Beziehungen zu China und natürlich auch zu Hongkong interessiert ist, zeigte sich im Vorfeld der Konferenz. Vom 13. bis zum 18. September besuchte Hamburgs erster Bürgermeister neben Beijing und Shanghai auch zum ersten Mal Asiens Handels- und Finanzzentrum Hongkong. Dort traf er unter anderem mit Chief Executive Tung Chee Hwa – dem Regierungschef Hongkongs – zusammen, der den ersten Bürgermeister Hamburgs herzlich begrüßte.

Begleitet wurde Ole von Beust dabei von einer ca. 60-köpfigen Delegation aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien. Neben der Werbung für Hamburg als Investitionsstandort und als Drehscheibe für Hongkonger Firmen zur Erschließung des mittel- und osteuropäischen Marktes, standen vor allem neue Geschäftskontakte und gegenseitige Investitionsmöglichkeiten im Vordergrund der Reise. Das Interesse der Delegation galt dabei nicht nur den Bereichen Wirtschaft und Handel, sondern auch der Kunst und Bildung, den Medien und der Gesundheit. Auf dem Programm stand ein Mittagessen mit dem Chief Executive, eine Wirtschaftsveranstaltung zur Vertiefung der Beziehungen zwischen der Hansestadt und der Sonderverwaltungsregion sowie ein Frühstück mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen Hongkongs.

Wir sprachen mit Ole von Beust über die Eindrücke und Ergebnisse dieses Besuchs:

Aus welchen Gründen haben Sie Hongkong besucht?
Ole von Beust: Hongkong erfüllt eine wichtige Doppelfunktion im weltweiten Chinageschäft. Zugleich ist die Stadt ein regional und international führendes Dienstleistungs- und Finanzzentrum in Asien. Hongkong und Hamburg haben ganz ähnliche Schwerpunkte und Interessen. Beide Hafenstädte erfüllen für ihre Region eine entscheidende Drehscheibenfunktion. Hongkong ist die Basis für chinesische und auch für deutsche Firmen, die den Markt in Asien entwickeln wollen. Ähnlich bietet Hamburg eine ideale Basis für Unternehmen, die sich nach Mittel- und Osteuropa orientieren wollen. Hamburg gehört zu den führenden China-Standorten in Europa. Gerade chinesische Firmen sehen zu Recht Hamburg als ihr Tor nach Europa. Hinzu kommt, dass eine Reihe Hamburger Unternehmen in Hongkong und im Perlflussdelta vertreten sind, z. B. Otto Versand, Germanischer Lloyd, HSH Nordbank, Körber AG, Tom Tailor. Gerade die Medien, aber auch Logistik und Hafenwirtschaft, Dienstleistungen und Banken gehören zu den aus Sicht Hamburgs interessanten Branchen.

Wie haben Sie die Stadt erlebt?
Ole von Beust: Hongkong hat mich sehr beeindruckt. Ähnlich wie Shanghai gehört Hongkong zu den Städten, die in ihren Dimensionen einfach überwältigend sind. Der Aufenthalt war leider viel zu kurz, aber der Eindruck war dennoch nachhaltig. Die Menschen habe ich als sehr offen und aufgeschlossen wahrgenommen.

Haben Sie ein besonderes Erlebnis, welches Sie immer an Hongkong erinnern wird?
Ole von Beust: Ich habe mich mit Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen getroffen. Das waren etwa Mitglieder der Demokratiebewegung oder Vertreter von Kirchen. Für mich war dieses Gespräch sehr aufschlussreich. Mir hat gefallen, mit welcher Klarheit und Differenziertheit die Situation in Hongkong beurteilt wurde. Die Gesprächsteilnehmer zeichneten sich durch großes Engagement und eine starke Verbundenheit mit Hongkong aus.

Wie verlief das Treffen mit dem Chief Executive Tung Chee Hwa?
Ole von Beust: Angenehm. Das Gespräch fand in ausgesprochen entspannter und freundlicher Atmosphäre statt. Wir haben uns ja am 17.9., also nur wenige Tage nach der Wahl getroffen. Das war natürlich das wichtigste Thema. Außerdem plant Tung Chee Hwa eine Reise nach Hamburg. Auch darüber haben wir gesprochen.

Wurden konkrete Abkommen/Vereinbarungen zwischen den beiden Städten geschlossen? Falls ja, welche?
Ole von Beust: Nein, das war gar nicht geplant. Mir ging es darum, mir einen Eindruck von Hongkong und den gemeinsamen Möglichkeiten zu machen. Zusammen mit Vertretern der Delegation habe ich über die Investitionsmöglichkeiten in Hamburg informiert. Darüber hinaus war es mir wichtig, sowohl mit der politischen Führung als auch mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Wie sehen Sie die künftigen Beziehungen Ihrer Stadt zu Hongkong?

Ole von Beust: Ganz gewiss positiv. Hongkong ist faszinierend. Und die Stadt besitzt den größten Containerhafen der Welt. Für die Hafen- und Handelsmetropole Hamburg gibt es viel versprechende Anknüpfungspunkte.


Herr von Beust, wir danken Ihnen für das Gespräch.



Besuchen können Sie die Hansestadt im Internet unter
www.hamburg.de