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Regionale Website: Deutschland


6. Juli 2017
Gipfelstürmer - die grüne Seite Hongkongs

Wanderer auf dem MacLehose Trail
Eine Wanderergruppe auf dem MacLehose Trail, dem längsten Hongkonger Wanderweg. Foto: Privat
Zwitschernde Vögel, schnatternde Affen, das Rauschen des Meeres und das Raunen des Waldes, all dies gibt es in der Nähe eines der dynamischsten und dicht besiedelsten kosmopolitischen Geschäftszentren der Welt. Viele verbinden Hongkong eher mit Hochhäusern als mit Bäumen und tatsächlich beherbergt die Metropole nach Recherchen der Emporis Datenbank mehr Hochhäuser ab 100 Meter Höhe als jede andere Stadt.

Obwohl offiziell 70 Prozent von Hongkong als Landschaft eingestuft werden, bezeichnet man den reichhaltigen Grüngürtel um die städtischen Teile oft als bestgehütetes Geheimnis der Metropole. Natur liebende Einwohner und Besucher nutzen die Hügel, Landschaftsparks und die Küste aber häufig.

Von Freizeitspaß bis Business
Auch den britischstämmigen Expatriate Steve Pheby zogen die Berge sofort an, als er vor fünf Jahren nach Hongkong kam. Er wurde nicht nur Mitglied bei einer lokalen Wandergruppe, sondern machte daraus auch ein Geschäft. Heute ist er Direktor von Hong Kong Hikers Ltd., das als geselliger Klub für Wanderlustige startete. Schon bald nach seiner Ankunft aus der Türkei, seiner vorherigen beruflichen Station, hatte er das Geschäftspotential seines Hobby erkannt.

Rast auf dem Lantau Peak
Rast auf Lantau Peak, dem höchsten zugänglichen Gipfel in Hongkong. Foto: Privat

Die Nachfrage etwa nach Sponsorship- und Teambuilding-Events wächst ebenso wie die Nachfrage von Touristen, die die grüne Seite Hongkongs kennenlernen möchten. „ Die Firma meldet sich an, ich konzipiere eine Route und organisiere das Catering Das kann ein Essen in einem Pub nach dem Event sein oder auch ein Picknick während eines Sonnenaufgangs,“ so Pheby über die Firmenevents. „Wir nehmen das nicht zu ernst. Die Hauptsache ist, dass wir in der Natur sind und die herrliche Landschaft genießen.“

Das gesellige Element der Anfangszeiten wird durch regelmäßige Rundgänge für Gruppenmitglieder bewahrt.

Lokale Geschichte erfahren
Eine beliebte Route ist „Affen und Bunker“. Dabei wandert man zwischen den Affenpopulationen im Kam Shan Country Park und besichtigt alte Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg in Shing Mun. Letztere bilden einen Teil der sogenannten „Gin Drinkers Line“, Verteidigungsanlagen, die in den Hügeln der Kowloon Halbinsel von den britischen Streitkräften errichtet wurden, um eine Invasion der Japaner zu verhindern. „Die Tunnel tragen Namen wie Regent Street und Oxford Circus, ein interessantes Stück Geschichte,“ erklärt Pheby. Shing Mun ist zudem Teil des weltbekannten MacLehose Trails, dem längsten Hongkonger Wanderweg, der die aufreibende 100-Kilometer-Strecke des jeden November stattfindenden „Oxfam Trailwalker“ Charity Events einschließt. Dieser Weg wird von der National Geographic Society als einer der besten Wege weltweit bezeichnet.

 

Geopark Hong Kong Ma On Shan Gipfel
Aussichtsplattform an einem der Hong Kong Geopark Wege. Foto: AFCD, Hong Kong Der Blick vom Ma On Shan Gipfel. Im Hintergrund liegt Sai Kung. Foto. Privat 

Bei Touristen sind Nachtwanderungen besonders beliebt. Sie genießen gern den Blick auf den Ozean am Sunset Peak, dem zweithöchsten Berg auf Lantau, wenn der Tag in die Dämmerung übergeht.

Weitere Angebote
Auch andere Unternehmen in Hongkong bieten geführte Wandertouren, darunter Walk Hong Kong, Wild Hong Kong und Adventure Tours HK. Bei den Hong Kong Trampers liegt ein Fokus auf der geselligen Perspektive: Man sei eine Gruppe von Freunden, die Spaß daran haben, die Hongkonger Landschaft an Sonntagen zu erkunden. Alles begann mit drei Wanderern im Jahr 1997 und seither wächst die Gruppe. Laut ihrer Webseite bevorzugen sie das Wandern in der Gruppe und teilen das Interesse in Erkundungen, Bier und Abenteuer.

Die Vielfalt der Hongkonger Wanderwege und mögliche Routen werden auch auf der Webseite des Hong Kong Tourism Board vorgestellt. Dazu gehört der beliebte Dragon’s Back, ein ausgezeichneter Weg, der so wellig wie ein Drachenrücken ist und spektakuläre Aussichten auf die Metropole, Berge und Küsten aufweist. Für das TIME Magazin ist dieser Weg der beste urbane Wanderweg in Asien. Nah am Geschäftsbezirk in Central beginnt der Peak Circle Walk, ein leichter, 3,5 Kilometer langer Wanderweg, der um den höchsten Punkt von Hong Kong Island führt und atemberaubende Aussichten auf den Victoria Harbour bietet. Der Peak ist auch der Start des 50 Kilometer langen Shek O und Big Wave Bay Trail. Er besteht aus acht Abschnitten, die einzeln bewältigt werden können und am Ende in den Dagon’s Back münden.

Suicide Cliff, Kowloon Peak
Steve Pheby mit einer Gruppe auf dem Suicide Cliff, Kowloon Peak. Foto: Privat

Wege durch den Hong Kong Geopark, einem Mitglied von The Global Geoparks Network, belohnen Wanderer mit einer Reihe alter Küsten- und Steinformationen, die in Millionen von Jahren von Wellen und Wetter geformt wurden. Andernorts bieten die 1.000 Stufen des Weges The Twins eine Reihe von Work-outs und einen herrlichen Ausblick auf Stanley und die davor liegenden Inseln. Für Anfänger eignet sich Sai Kung, von wo aus man einen geruhsamen Spaziergang zu den Stränden von Tai Long Wan machen kann.

In Hongkong sei Wandern etwas für alle, so Steve Pheby. Als er das erste Mal seine Wanderschuhe anzog, sei er übergewichtig und nicht fit gewesen. Seither habe er ohne Ernährungsumstellung 25 Kilogramm Gewicht verloren und er genieße nach wie vor seinen Wein oder sein Bier am Wochenende. Er sei an bis zu sechs Tagen die Woche unterwegs, egal ob Regen oder Sonnenschein. Es mache einfach Spaß.

„Wandern ist so einfach in Hongkong. Man kann buchstäblich eine MTR Station verlassen, zehn Minuten laufen und dann ist man mitten im Wald.“         

Ansprechpartner für die Redaktion:
Christiane Koesling, HKTDC
Tel.: 069 95772-161
E-Mail: christiane.koesling@hktdc.org