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5. Juni 2018
Frühere Hongkonger Polizeistation erfindet sich neu

Central Police Station Block 1
Aus der früheren Central Police Station enstand das Tai Kwun Centre for Heritage and Arts. Foto: Tai Kwun 
Die aus dem 19. Jahrhundert stammende frühere Central Police Station gehört zu den wenigen noch vorhandenen Gebäuden des Hongkonger Kolonialerbes. Vor wenigen Tagen eröffnete nun der außergewöhnliche Kulturraum, zu dem die Gebäude im Rahmen des größten Erhaltungs- und Neubelebungsprojekts der Metropole umgestaltet wurden.

In jahrelanger Arbeit wurden bisher 11 der 16 historischen Gebäude und Außenflächen auf dem 13.600 Quadratmeter großen Gelände im Herzen von Central an der Hollywood Road für die öffentliche Nutzung bewahrt. Es entstehen zudem zwei neue Gebäude für Kunstausstellungen und Performances. Die Anlage mit dem neuen Namen Tai Kwun Centre for Heritage and Arts eröffnet sukzessive.

Höchste Standards
Nachdem die frühere Nutzung im Jahr 2006 auslief, gestaltete der Hong Kong Jockey Club zusammen mit der Regierung ein Joint Venture-Projekt, um das einzigartige Objekt zu bewahren. Internationale Experten wurden engagiert und lokale Fachleute zur Unterstützung gewonnen, um die Vision zu realisieren. Die führenden Designer, Herzog & De Meuron aus der Schweiz, arbeiteten unter anderem bereits an der Tate Modern und Purcell/UK, Heritage Consultants, an der St Paul’s Cathedral in London. Als der CEO des Hong Kong Jockey Club, Winfried Engelbrecht-Bresges den Eröffnungstermin 29. Mai 2018 bekannt gab, sagte er: „Wir haben eine der größten und wichtigsten Hongkonger historischen Stätten erhalten und ein wertvolles Gut für die Gemeinschaft geschaffen. Gleichzeitig haben wir wertvolle Erfahrungen für andere Projekte in der Metropole gewonnen.“

Central Police Station Block 3
Bisher sind 11 der 16 Gebäude restauriert.  Tai Kwun macht die kulturelle Szene Hongkongs noch vielfältiger. Foto: Tai Kwun    

Von Anfang an habe der Club den Wunsch der Regierung geteilt und unterstützt, die Stätte zum öffentlichen Platz für alle zu machen, da Kunst, Kultur und die Bewahrung des kulturellen Erbes ein strategischer Fokus  bei wohltätigen Spenden des Clubs seien. Um das Ziel zu erreichen, war der Club mit der Einhaltung höchster Standards einverstanden, obwohl dies deutlich höhere Investitionen bedeutete.

Sorgfältige Restaurierung
Als die Pläne für jedes der 16 Gebäude entwickelt wurden, stellte sich heraus, dass alle in einem wesentlich schlechteren baulichen Zustand waren als angenommen. Man führte die Arbeiten schließlich von Gebäude zu Gebäude und von Raum zu Raum aus, wobei die Originalmaterialien wann immer möglich restauriert und wieder eingesetzt wurden. Das Design der beiden neuen Gebäude – JC Contemporary und JC Cube – reflektiert das bestehende Gefüge der Anlage während es gleichzeitig markant einen Dialog zwischen alt und neu herstellt.

Obwohl der Club bis heute 3,8 Milliarden HKD investiert hat, sehe man dies, so Engelbrecht-Bresges, als lohnende Investition in Bezug auf den Wert, den diese Anlage in den nächsten Jahrzehnten dem Gemeinwesen bringen werde.

JC Contemporary Gebäude
Eines der zwei neuen Gebäude ist das JC Contemporary, das eine Kunstgalerie und einen Bereich für Performances beherbergt. Foto: Tai Kwun  

Kulturell lebendige Metropole
Timothy Calnin, Direktor von Tai Kwun, erläutert, dass die angebotenen Programme wie Besichtigungen, Kunsttouren, Performances und Ausstellungen so kuratiert wurden, dass sie das kulturelle Leben in Hongkong bereichern. Besucher erhalten Informationen über die historischen Gebäude und ihre Verbindungen zur Nachbarschaft in der Multimedia-Ausstellung 100 Gesichter von Tai Kwun und hören Geschichten von Menschen, die dort gelebt oder gearbeitet haben. Zwei zur Eröffnung laufende Ausstellungen zeitgenössischer Kunst präsentieren die Arbeiten lokaler und internationaler Künstler, darunter die erste Ausstellung mit Werken des aufstrebenden Künstlers Wing Po So, der in dem heute als Soho bekannten Bezirk aufwuchs. Zu den Performances gehören unter anderem A cappella Singen, eine AirPuppet-Show, Zirkusnummern, Lunch-Konzerte und Film Screenings.

Winfried Engelbrecht-Bresges
Winfried Engelbrecht-Bresges, CEO des Hong Kong Jockey Club. Foto: Privat 

„Mit dem Ziel, lokale Talente zu fördern, wird Tai Kwun eine Plattform für Interaktionen zwischen lokalen, regionalen und internationalen Künstlern werden,“ so Calnin. „Die Programme in den drei Bereichen Kulturerbe, zeitgenössische und darstellende Kunst werden ergänzt durch Bildungs- und Engagement-Programme. All dies wird zu einem kulturell lebendigen Hongkong beitragen und die Lebensqualität der Bewohner bereichern.“

Ansprechpartner für die Redaktion:
Christiane Koesling, HKTDC
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